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2024 – Schweden abseits des TET

Do, 4.7.24 Ab heute verlassen wir den TET und halten uns in östlicher Richtung über Mora, Falun, Sandviken, immer aktiv die zwei Regenfronten beobachtend, welche sich langsam über die gesamte Breite nordwärts schieben und in deren trockenem Mittelstreifen wir mitfahren und unsere Route gelegt haben. Fast gelingt es uns. Wir starten pünktlich 8:30Uhr ohne Frühstück, das finden wir an unserem ersten Pausenort in Mora. Ab hier schwenken wir auch wieder auf kleine Strassen, unser nächstes Ziel ist Falun, ein schönes Cafe im Blick. Bis hier sind wir trocken geblieben, 5km vor Erreichen unseres Tagesziels erwischt uns der Regen. Vollkommen durchnässt kommen wir im Hotel in Sandviken an. Jetzt freut sich Heike auf die Saunazeit.

Fr, 5.7.24 Von Sandviken bis Ingarö, eine der Schäreninseln östlich von Stockholm, sind es heute 300km. Nach ungefähr 200km kommen wir auf sehr kleine Strassen. Kurz vor Åkersberga geraten wir in einen intensiven Regenschauer, danach wird es aber wieder sonnig und bis Tourende sind wir wieder trocken. Wir kommen auf Ingarö an und sind mit Torsten und Birgit verabredet. Sie machen hier Urlaub, haben ein grosses Ferienhaus und uns für 2 Tage eingeladen. Die Wiedersehensfreude ist groß und später fahren wir alle zusammen ins Restaurant. Am Abend sitzen wir noch lange beim Wein und intensiven Gesprächen.

Sa, 6.7.24 Der heutige Tag soll wieder ein Tag ohne Motorradfahren werden, eine Auszeit. Birgit und Torsten fahren mit dem Bus nach Stockholm ins Vasa-Museum, dort waren wir beide aber schon im Jahr 2012 mehrere Tage, wollen also nicht in die Innenstadt rein. Wir könnten eine Fahrt mit der Fähre in die Schären machen, müssten aber die Motorradhelme an den Motorrädern vielleicht im Regen hängen lassen. Oder wir können einen Tag faulenzen und nichts tun.

Wir mit Birgit und Springi
Auf Ingarö

So, 7.7.24 Wir bepacken die Motorräder und starten zu Susi und Thomas nach Åkersberga, dort haben wir eine Einladung zum Abendessen. Weil wir aber schon 14Uhr dort sind, fahren wir zusammen eine Tour mit den schönsten Kurven der Umgebung. Ja, es gibt sie, die Kurven in Schweden, auf kleinen, geschwungenen, asphaltierten Strassen, kilometerweit. Nicht überall, aber bei Åkersberga. Das war eine tolle Motorradtour. Danach checken wir 18Uhr im Hotel ein und eine Stunde später holt Thomas uns wieder ab zum Abendessen. Wir schwatzen noch bis 22Uhr in Deutsch, Englisch, Schwedisch, ein bunter Mix und verabreden ein baldiges Wiedersehen. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende.

Wir mit Susi und Thomas

Mo, 8.7.24 Heute fahren wir westwärts bis Örebro. Als Verbindungsetappe von Stockholm ins Landesinnere werden die Fernverkehrsstrassen und sogar eine kurze Etappe Autobahn von mir in Kauf genommen. Die ein oder andere kurvige Streckenetappe gibts trotzdem und wir schaffen es, der drohenden Regenfront erfolgreich auszuweichen.

Die, 9.7.24 Gestern hatten wir Quartier im Golfresort Lannalodge. Beim Abendessen und zum Frühstück in der Lounge haben wir den Golfspielern auf die Schläger schauen können und die Spielregeln und Platzregeln diskutiert. Ob das wohl was für uns wäre? Wenn wir älter sind und nicht mehr Motorrad fahren? Ab 9 Uhr gingen die Golfspieler auf ihre Parcoure und wir schauten zu. Vor lauter Neugierde haben wir dann die Zeit vergessen und mussten hurtig packen. Unsere Route wurde heute durch Micha‘s BMW Navi geführt und damit hatten wir heute einen hohen Offroad-Anteil von geschätzten 75%, abseits des TET. Eine fantastische Strecke bei herrlichem Sonnenschein und 20 Grad. Zwischendurch gab‘s einen Kaffeestop am Götakanal, ehe wir wieder in die Einsamkeit abgetaucht sind. Die Grusvägen hatten wir heute ganz für uns allein. 16 Uhr kommen wir im Wärdshus Trehörna an und haben noch Zeit, am See zu sitzen. Auch wenn das Wasser schon 20 Grad hat, ist es mir zu kalt zum Baden, Micha sowieso. Gerade essen wir uns durch die Menukarte, persische Hühnchenpfanne und marokkanische vegetarische Casserole und Rhabarberpie zum Nachtisch. Lecker und alles hausgemacht.

Rast am Götakanal
Am Wärdshus Trehörna

Mi, 10.7.24 Zum Frühstück konnten wir uns hier Orangensaft selbst pressen, was für ein Luxus. Dann ging es wieder auf Strecke und schon nach den ersten 200 Metern schickt uns Micha‘s Navi in den Wald. So geht es weiter, Mittags fahren wir nach Eksjö rein, parken an der Kirche, sitzen im Cafe und schlendern danach durch die historische Altstadt. Eksjö ist eine der am besten erhaltenen Holzstädte Europas und die Straße Arendt Byggmästare gränd auf jeden Fall einen Besuch wert. Als wir gerade vor dem angekündigten Regenguss im Wärdshus in Fågelfors ankommen, haben wir 170 sonnige, kurvige und teilweise sehr staubige Kilometer hinter uns.

Straße Arendt Byggmästare gränd
Micha kämpft sich durch