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2024 – Slowenien mit alten Freunden

In der Woche zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gehen wir auf Motorradtour nach Slowenien. Bei einem abendlichen Grillen mit unseren Freunden, die wir auf der Motorradtour nach Irland im Jahr 2015 kennengelernt haben, entstand der Gedanke, mal eine Woche stationär zu nächtigen und von der Unterkunft sternenförmig unsere Kreise zu ziehen. Slowenien ist das Ziel unserer Wahl. 3 Tage Anfahrt, 6 Tage bleiben, 3 Tage Rückfahrt. Anfang Mai haben wir uns alle getroffen und bei Kaffee und Kuchen die Details besprochen. Eigentlich kann es losgehen, wenn da nicht das Problem mit der Steuerkette an Micha‘s Motorrad wäre …

Eine Woche vor Abfahrt in den Urlaub ist sie gesprungen, die Steuerzeiten stimmen nicht mehr und einige Ventile sind krumm. Die Reparatur ist aufwendig und dauert lange. Jedenfalls ist das Motorrad bei Abfahrt noch in der Werkstatt. Es hilft nichts, Micha muss mit seiner alten Maschine los. So sind wir wie in früheren Zeiten mit zwei 700er BMW unterwegs.

Do, 9.05.24 Am heutigen Himmelfahrtsdonnerstag fahren wir bis Losenstein in Österreich zum Gasthof Blasl und treffen uns dort mit den ersten Freunden, die sich ebenfalls für zwei Tage hier eingemietet haben, ehe es gemeinsam nach Slowenien weitergeht. Zwischendurch an der Tankstelle wolte ich meine restlichen Kronen ausgeben, als ich diese dann dem Verkäufer reichte, schaute der ganz verduzt. Später erkannte ich auch, warum. Ich wollte ihm schwedische Kronen andrehen. Versehentlich.

Fr, 10.5.24 Der Freitag ist ein Tag für die erste Rundtour, heute noch in Österreich. Der Nationalpark Kalkalpen hatte mich auf unserer Rücktour aus Albanien begeistert, deshalb wollte ich hier unbedingt noch einmal hin. Heute ist der Moment, an dem wir vorwiegend durch den Nationalpark cruisen. Und Matthias hat eine super Vorbereitung gemacht, eine Route von Feinsten, mit Hengstpass und Badesee.

Als Micha dann noch mal im Ort schoppen ging, wurde ihm gleich lokale Sonderwährung offeriert.

Sa, 11.5.24 Am heutigen Sonnabend gehen wir zu sechst auf die letzte Etappe der Anreise. Von den Kalkalpen direkt südlich am Wörthersee vorbei über den Loiblpass nach Slowenien hinein. Während des Tages wird es bis 23 Grad und die Sonne scheint durchgängig. Im Gebirge finden wir wirklich kleine Strassen und so kurvenreich, es ist traumhaft zu fahren. Gegen 17 Uhr sind wir nach mehr als 300 km endlich angekommen in unserer Unterkunft für die kommenden Tage, in der Tourist Farm Zelinc in Straza. Wir wohnen in Zimmer 3, den Balkon nach Norden auf die Berge.

Wir sind nicht die Ersten, Odschee und Jeanette und Maik und Annett sind kurz vor uns angekommen. Fehlen nur noch Thomas und Viola, während wir auf sie warten, sitzen wir schon beim Begrüssungsbier.

Wir sitzen draussen auf der Terasse und die Grillen machen einen Höllenlärm. Was für eine Überraschung, das Abendessen entpuppt sich als 5-Gänge-Menü vom Feinsten. Danach gibt es noch einen Absacker, ehe wir uns alle gegen 22 Uhr zurückziehen.

So, 12.5.24 Am Sonntagmorgen lugt die Sonne über die Berggipfel direkt auf unseren Balkon. Also schnell ein wenig Wasser ins Gesicht gespritzt und runter zum Frühstück. Alles regional. Alles auf dem Bufett, was ein Frühstück ausmacht. Wir entscheiden uns, heute die Runde mit den meisten Kurven und den Schotterstrecken zu fahren, denn wer weiss, ob das Wetter ab morgen noch passt. Tagsüber wird es bis 26 Grad und bei den vielen Kurven müssen wir ganz schön arbeiten. Einen Grossteil der Strecke fahren wir auf italienischen Strassen. Erst spätnachmittags gegen 17 Uhr sind wir nach mehr als 200 km in unserer Unterkunft zurück und freuen uns wieder auf ein schönes 5-Gang-Menü.

Mo, 13.5.24 Nach der Wettervorschau soll es ab Mittag regnen. Darum haben wir uns heute für eine Tour zu den Höhlen von Škocjan (Škocjanske Jame) entschieden. Diese liegen im südwestlichen Teil Sloweniens und gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Hier machen wir eine 2-stündige Führung durch einen der größten unterirdischen Cayons der Welt mit. Nach einer Kaffeepause starten wir auf die Heimfahrt und sind 17:30 Uhr am Farmhof Zelinc in Straza zurück. Wie gewohnt lassen wir den Abend mit dem tollen 5-Gang-Menü des Hausherrn ausklingen.

Die, 14.5.24 Heute wollen wir die Pässe-Tour fahren, Vrsic, Predel und Mangart. Es ist bedeckt bei 18 Grad, Regenwahrscheinlichkeit 80%. Den Vrsic-Pass mit seinen 52 Kehren kommen wir trocken hoch, dann gehts in den Nebel. Rüber nach Italien und weiter zum Predel-Pass, hier beginnt es mit dem Nass von oben. Weil die Strasse zum Mangart hoch noch wegen Winter gesperrt ist, machen wir an der neuen Predel-Brücke kurzen Fotostopp. Danach gehts direkt über die Brücke den Pass runter auf den Rückweg. Wieder trocken, wieder nass, es wechselt mehrmals. Kurz vor Ende der Tour gönnen wir uns noch ein leckeres Eis, wohlgemerkt bei prima Sonnenschein in Most. Ein gelungener Tag mit lieben Freunden.

Mi, 15.5.24 Für den heutigen Tag hat Matthias eine Seen-Tour im Plan. Bohinjsko-Jezero, Blejsko-Jezero, Isonzo-Jezero. Zuerst aber muss Bolle seinen bestellten Hinterreifen in der Werkstatt in Cerkno wechseln lassen. Also sind wir erst gegen 11 Uhr vereint auf Strecke. Wegen einer Strassensperrung müssen wir die Tour umwandeln in der Richtung. Am Bohinjsko-Jezero machen wir Rast auf dem Campingplatz, dieser liegt sehr idyllisch an einem Bergrücken und lädt zu Kanutouren ein. Danach fahren wir zum Örtchen Bled und vertilgen dort die Spezialität der Gegend, die Bleder Cremeschnitte. Da es ab 15Uhr regnen soll, suchen wir uns die Rückfahrt über grössere Strassen. Natürlich stehen wir im Berufsverkehr im Stau, aber wir müssen nicht über die kleinen Bergstrassen. Gegen 17 Uhr sind wir wieder in unserer Homebase.

Do, 16.5.24 Es regnet in Strömen, den ganzen Tag. Also kommt ein Pausentag gerade recht. Die anderen Mitreisenden fahren mit dem lokalen Linienbus 2 Stunden nach Ljubljana und machen eine Stadtbesichtigung. Micha und ich bleiben im Quartier und gehen in die Sauna. Ruhen, Lesen, Schlafen, Hörbuch hören, Kaffetrinken. Das nächste Ereignis ist dann erst wieder das 5-Gänge-Menü zum Abendessen.

Fr, 17.5.24 Endlich hört es auf zu regnen. An unserem letzten Fahrtag in Slowenien unternehmen wir unterschiedliche Touren. Matthias führt die Gruppe nach Piran und Izola an die slowenische Küste. Ich fahre mit Micha in die Kamniker Alpen. Leider ist direkt an der Grenze von Slowenien zu Österreich, an dem Abschnitt mit den heftigsten Serpentinen, am Paulitschsattel (Pavličevo sedlo), eine Streckensperrung wegen Forstarbeiten. Wir kommen von östlicher Richtung, eine Umleitung ist unmöglich, es gibt dort keine anderen asphaltierten Strassen, auf denen die Sperrung zu umfahren wäre. Also müssen wir wieder zurück. Unterwegs finden wir eine Abkürzung nach Kamnik, auch sehr schön kurvig. Kurz überlegen wir, ob wir die Serpentinen am Paulitschsattel noch von Westen her anfahren, kurz durchrechnen und wir erkennen, dass die Strecke dann zu lang würde. In diesem Falle kämen wir nicht mehr rechtzeitig zum Abendessen in unsere Unterkunft. Ab Kranj nehmen wir kleinste kurvige Strassen in den Bergen, das dauert seine Zeit und letztendlich sind wir 18 Uhr zurück. Gerade 5 min. vor der anderen Gruppe. Neben dem ersten Fahrtag in die Julischen Alpen war diese Strecke in die Kamniker Alpen mit diejenige, welche am meisten Fahrspaß hergeben hat, trotz Anfahrt zum Pass im Berufsverkehr.

Sa, 18.5.24 Heimreisetag 1. Die Heimreise starten wir zu viert, Micha und ich mit Thomas und Mandy. Heute fahren wir über den Predilpass, den Katschbergpass und den Tauernpass bis ins Berchtesgadener Land. Bei schönem Wetter kommen wir gut voran und checken 16 Uhr beim Wurzlwirt in Schneizlreuth (Zi.4) ein.

So, 19.5.24 Heimreisetag 2. Vom Wurzlwirt in Schneizlreuth aus dem Berchtesgsdener Land fahren wir nordwärts, heute keine kurvige Strecken auf dem Navi, sondern schnelle Fernverkehrsstrassen. Kurz vorm Ziel, in Waldsassen, ging ein wirklich heftiger Regenschauer auf uns nieder. Aber bei Ankunft in Waldsassen war schon wieder alles eitel Sonnenschein. Schnell umgezogen, gingen wir die Basilika besichtigen und in den angrenzenden Klostergarten, danach noch einen Aperitif vor dem Abendessen. Wir wohnen im Hotel zum ehemaligen königlichen bayrischen Forsthof in der Juniorsuite.